Überforderung im Spieleangebot

Das Highlight eines jeden jungen Gamers war damals und eventuell immer noch ein neues Spiel. Nach dem man drei Monate sein Taschengeld gespart hat, geht man zum Elektronikfachgeschäft seines Vertrauens und kauft sich seine nächste Eroberung. Diese wird dann bis aufs Mark verschlungen. Zu gerne blicke ich auf meine Jugend zurück, als man sich noch intensiv mit nur wenigen Games beschäftigt hat. Das knappe Geld und eventuell wachsame Eltern, die ich nie hatte, haben einen begrenzt. Deswegen kenne ich Spiele wie z. B. Halo 3, durch immer wiederholtes durchspielen so gut wie meinen Bauchnabel.

Wird man älter, kommt auch das Geld und man kauft sich im Monat dann allein schon manchmal zwei Spiele. Dazu kommen noch immer mehr Free to Play Titel auf den Markt oder Games werden monatlich wie im Falle von Playstation Plus (Sony) oder Games with Gold (Microsoft) verschenkt. Da kommt man im Jahr schon allein auf über 50 neue Spiele in seiner heimischen Bibliothek. Seit einiger Zeit trenden dann noch Abo-modelle bei Spielen. Eine der kleinen Anfänge war damals noch EA Access 2014 mit einer überschaubaren Liste an Hauseigenen Games. Heutzutage ist der Xbox Gamepass in aller Munde. Mit über 200 Spielen für vergleichsweise wenig Geld wird es gerne als das „Netflix für Games“ betitelt. Aber auch Sony hat mit Playstation Now schon seine Anfänge gemacht.

Nun erklärt mir mal jemand wie man das alles spielen soll. Heutzutage ist mein Problem, dass ich mir nicht mehr so viel Zeit nur für ein Game nehme. Sondern eher parallel noch neue Sachen anfange, da es so viel Interessantes gibt. Ich werfe mal in den Raum, dass es vielen auch so geht. Der Trend geht auch dazu rüber, immer mehr auf den Markt zu bringen. So wurden auf der Plattform Steam 2014 „grade einmal“ 1771 Spiele veröffentlicht. Im vergleich dazu 2018 satte 9050. Was eine Steigerung von 511 Prozent ist. Erklären lässt sich das unter anderem durch den Indie Boom der vergangenen Jahre. Aber auch die Publisher hauen immer mehr Games raus, um den Gewinn zu maximieren. Diese Strategie geht aber nicht immer ganz auf. So häufen sich die Meldungen über noch sehr verbuggte oder spielerisch/erzählerisch nicht ganz runde Spiele zum Release. So sind die größten Flops aus 2019 z.B. Anthem (Bioware/EA) oder Ghost Recon Breakpoint (Ubisoft).

Jüngst gab es eine Verschiebungswelle von vielen Publishern und Entwicklern (Ende 2019/ Anfang 2020; unabhängig von Covid-19). Was mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt, dass wieder reduziert und von besserer Qualität veröffentlicht wird.

Dem Problem des Überschusses an Games werden wir aber glaube ich nie entfliehen können und der Trend geht auch auf immer mehr und mehr zu. Jedoch habe ich noch ein paar Methoden wie man sich eventuell wieder konzentriert ans Spielen setzen kann zusammengetragen.

  • Spiele Bibliothek begrenzen

Klar ist es verführerisch alle Games, die man besitzt immer griffbereit und installiert zu haben. Jedoch bringt der grobe Anblick davon schon viele zur Verzweiflung. Also sollte man sich immer auf einen kleinen Haufen beschränken. So 10­-20 Games, die man regelmäßig spielt, kann da schon helfen. Am besten auch immer nur ein Singleplayer Spiel auf einmal installiert haben und das neue erst danach darauf packen.

  • Ziele und Belohnungen

Wenn man sich Ziele setzt, ist es fürs Gehirn leichter dinge in eine Ordnung zu bringen und nachzugehen, zumindest ist das bei mir so. Dies kann man dann kombinieren und sich als zusätzliche Motivation belohnen. Als Beispiel: „Wenn ich Last of Us durch habe, gönne ich mir ein neues T-Shirt“. Man sollte jedoch nicht vergessen dass es beim Spielen um Spaß und Unterhaltung gehen sollte und sich nicht drängen muss, dinge zu Zocken die man nicht möchte.

  • Kaufverhalten einschränken

Ja, ich besitze auch dutzende Games,  die ich noch nicht einmal gestartet habe. Warum? Ganz einfach, Sales! Unser schierer Konsumdrang bringt uns all zu oft auch außerhalb der Gamingwelt dazu Dinge einfach zu kaufen, weil sie günstig sind oder man einfach besitzen will. Deshalb am besten immer ein Spiel kaufen, wen das davor durchgespielt ist.

  • Zeit nehmen

Durch eine Überflutung von Medien, Arbeit und sozialen Kontakten hat man oft wenig Zeit für Spiele. Ganz einfach mal gezielt Zeit nehmen für ein Game und sich im Vorfeld überlegen was möchte ich spielen. Also nicht einfach den Rechner/die Konsole anmachen und dann schauen was zock ich heute. Eventuell auch einen Wochenplan aufstellen, wenn man es braucht. So werden die wenigen Intervalle, die manche haben, gezielt genutzt.

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